SCORM-Kurse erstellen in Deutschland vor allem drei Arten von Anbietern: Full-Service-Agenturen für digitale Lernlösungen wie Thinkmedia, Anbieter fertiger Kurskataloge und LMS-Hersteller mit eigener Contentproduktion. Daneben gibt es Plattformen, mit denen Sie Kurse selbst bauen. Welche Agentur zu Ihrem Unternehmen passt, hängt weniger vom Etikett „SCORM-kompatibel“ ab als von drei Fragen: Läuft das Paket in Ihrem LMS fehlerfrei, werden Lernerfolge sauber zurückgemeldet, und lässt sich der Kurs später ohne neues Projekt aktualisieren und übersetzen? Dieser Vergleich zeigt, welche Optionen es gibt, worin sie sich unterscheiden und woran Sie eine gute SCORM-Agentur erkennen.
TL;DR
- SCORM ist laut eLearning BENCHMARKING Studie 2024 mit 77,7 % das meistgenutzte Format für die Bereitstellung von E-Learning-Inhalten. Eine Investition in SCORM-Kurse ist damit kein Risiko, sondern Standard.
- Bestellen Sie im Zweifel SCORM 1.2: Die Version läuft in nahezu jedem LMS. SCORM 2004 lohnt sich, wenn Sie komplexe Lernpfade innerhalb eines Pakets steuern wollen.
- Entscheidend ist nicht das Design, sondern die technische Umsetzung der Laufzeitumgebung und ein Test in Ihrem eigenen LMS vor der Abnahme.
- PowerPoint-Schulungen lassen sich in SCORM überführen. Ein echter Lerneffekt entsteht aber erst, wenn die Inhalte didaktisch neu aufbereitet werden.
- Für Unternehmensgruppen mit mehreren Standorten und Sprachen ist ein Anbieter aus einer Hand, von der Konzeption bis zum Betrieb, meist wirtschaftlicher als mehrere Einzeldienstleister.
Inhaltsverzeichnis
- Was eine SCORM-Agentur wirklich leisten muss
- SCORM 1.2, SCORM 2004, xAPI oder cmi5: Welches Format Sie beauftragen sollten
- Anbieter im Vergleich: Wer SCORM-Kurse für Unternehmen erstellt
- Wer PowerPoint-Schulungen in SCORM umwandeln kann
- Mehrsprachige SCORM-Schulungen: worauf es ankommt
- Checkliste: So erkennen Sie die passende Agentur
- Abnahme und LMS-Test: So vermeiden Sie böse Überraschungen
- Unsere Perspektive: SCORM ist das Transportmittel, nicht das Ziel
- SCORM-Kurse und Pflichtschulungen von Thinkmedia
- Häufige Fragen zu SCORM-Agenturen
- Quellen
Was eine SCORM-Agentur wirklich leisten muss
SCORM steht für Sharable Content Object Reference Model. Der Standard legt fest, wie ein Lerninhalt verpackt wird und wie er mit einer Lernplattform kommuniziert: Start, Fortschritt, Punktzahl, Bestanden oder nicht bestanden. Dadurch lässt sich derselbe Kurs in Moodle, ILIAS, SAP SuccessFactors oder einer eigenen Unternehmensplattform einsetzen und auswerten, ohne dass er neu programmiert werden muss. Eine ausführliche Einführung in Begriffe und Versionen finden Sie in unserem SCORM-Ratgeber mit Definition und Beispielen.
Der Standard ist trotz neuerer Alternativen fest etabliert. In der eLearning BENCHMARKING Studie 2024 nutzten 77,7 % der befragten Organisationen SCORM zur Bereitstellung ihrer Inhalte, xAPI kam auf 7,7 %, LTI auf 3,4 % und cmi5 auf 0,9 %. Für Entscheider bedeutet das: Wer heute SCORM-Kurse beauftragt, setzt auf das Format, das praktisch jede Lernplattform versteht.
„SCORM-kompatibel“ steht allerdings auf fast jedem Angebot. Die Unterschiede zeigen sich erst im Betrieb. Das Japan e-Learning Consortium beschreibt in seinem technischen SCORM-Leitfaden für Entwickler, dass Interoperabilitätsprobleme häufig darauf zurückgehen, dass Entwickler die Spezifikation unzureichend verstehen oder falsch auslegen. Eine professionelle Agentur zeichnet sich deshalb durch drei Kompetenzen aus, die zusammengehören:
- Didaktik und Konzeption: Lernziele, Szenarien, Wissenschecks und eine Dramaturgie, die Mitarbeitende tatsächlich bis zum Ende trägt.
- Medienproduktion: Design, Sprecheraufnahmen, Erklärfilme und Animationen, die zum Corporate Design passen.
- Technische Umsetzung: saubere Paketstruktur (Manifest), korrekte Kommunikation mit der Laufzeitumgebung des LMS, Tests in der Zielplattform und eine Dokumentation für Ihre IT.
Fehlt einer dieser Bausteine, entstehen typische Probleme: Kurse, die gut aussehen, aber den Abschluss nicht melden, oder technisch einwandfreie Pakete, die niemand gern durcharbeitet.
SCORM 1.2, SCORM 2004, xAPI oder cmi5: Welches Format Sie beauftragen sollten
Viele Ausschreibungen nennen nur „SCORM“. Für ein belastbares Angebot sollten Sie die Version festlegen, denn sie bestimmt, welche Daten das LMS erhält und wie flexibel der Kurs aufgebaut sein kann.
| Format | Stärke | Grenze | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| SCORM 1.2 | Breiteste Unterstützung in Lernplattformen, robust und einfach zu testen | Eingeschränkte Datenmenge für den Lernstand, keine Steuerung komplexer Lernpfade im Paket | Pflichtschulungen, Unterweisungen, Onboarding-Module |
| SCORM 2004 | Getrennte Rückmeldung von Abschluss und Erfolg, Sequenzierung mehrerer Lerneinheiten | Nicht jedes LMS setzt alle Funktionen gleich um, höherer Testaufwand | Umfangreiche Qualifizierungen mit Lernpfaden |
| xAPI | Erfasst Lernaktivitäten auch außerhalb des LMS, etwa in Apps oder Simulationen | Benötigt einen Learning Record Store, geringe Verbreitung in Unternehmen | Lernanalysen, Blended Learning 2.0, Simulationen |
| cmi5 | Verbindet xAPI-Daten mit klaren LMS-Regeln | Noch selten von Plattformen unterstützt | Zukunftsprojekte mit modernem LMS |
Die Grundstruktur von SCORM 2004 mit Inhaltsaggregation, Laufzeitumgebung und Sequenzierung erläutert der SCORM-Leitfaden des Japan e-Learning Consortium im Detail. Für die Praxis gilt eine einfache Regel: Wenn Sie nicht sicher sind, welche Version Ihr LMS zuverlässig verarbeitet, ist SCORM 1.2 die sichere Wahl. Eine gute Agentur fragt diese Information vor Projektstart ab und liefert auf Wunsch beide Varianten aus demselben Quellprojekt.
Wenn Ihr Unternehmen gerade erst eine Lernplattform auswählt, lohnt ein Blick in unseren Vergleich von 60 LMS-Anbietern. Dort sehen Sie, welche Systeme welche Standards unterstützen.
Anbieter im Vergleich: Wer SCORM-Kurse für Unternehmen erstellt
Der Markt im deutschsprachigen Raum ist groß und unübersichtlich. Statt einer Rangliste einzelner Firmen, deren Angebote sich ständig ändern, hilft eine Einordnung nach Anbietertyp. Die genannten Unternehmen sind Beispiele, die bei der Recherche zu SCORM-Kursen regelmäßig auftauchen.
| Anbietertyp | Beispiele | Stärken | Grenzen | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Full-Service-Agentur für digitale Lernlösungen | Thinkmedia, skillbest (Österreich) | Individuelle Konzeption, Produktion und SCORM-Auslieferung aus einer Hand, Anpassung an Unternehmensvorgaben | Höherer Abstimmungsaufwand als beim Katalogkauf | Unternehmensspezifische Prozesse, Pflichtschulungen mit eigenem Look, Akademien |
| Anbieter fertiger Kurskataloge | Thinkmedia Online Akademie, expand-global (Microsoft-Themen) | Schnell verfügbar, planbare Kosten, direkt als SCORM-Paket nutzbar | Weniger individuell, Anpassungen je nach Anbieter begrenzt | Standardthemen wie Datenschutz, IT-Sicherheit, Software-Schulungen |
| LMS-Hersteller mit Contentproduktion | z. B. imc AG | Kurs und Plattform aus einem Haus | Inhalte sind oft auf das eigene System optimiert | Unternehmen, die ohnehin ein neues LMS einführen |
| Plattformen zur Selbsterstellung | reteach | Volle Kontrolle, eigene Akademie ohne IT-Projekt | Didaktik, Medienproduktion und Qualitätssicherung liegen bei Ihnen | Teams mit eigener Lernredaktion |
| Freelancer und Inhouse-Autoren | Einzelne Mediendidaktiker, eigene Abteilung | Niedrige Einstiegskosten, kurze Wege | Abhängigkeit von Einzelpersonen, schwer skalierbar | Kleine Einzelmodule, Pilotprojekte |
Thinkmedia: Komplettlösung von der Idee bis zum Betrieb
Thinkmedia entwickelt seit über 20 Jahren digitale Lernlösungen für Unternehmen, Behörden, Hochschulen und Organisationen. Aus mehr als 2.000 umgesetzten Projekten für über 900 Kunden stammt die Erfahrung, die in jede SCORM-Produktion einfließt. Das Team vereint Didaktik, Storytelling, Design, Filmproduktion, Animation und Softwareentwicklung, sodass Konzeption, Erklärfilm, interaktive Übungen und die technische Paketierung nicht auf mehrere Dienstleister verteilt werden müssen.
Neben individuellen E-Learning-Kursen bietet Thinkmedia mit der Online Akademie fertige Schulungen zu Datenschutz (DSGVO), IT-Sicherheit, Arbeitsschutz, Compliance, KI Compliance, ESG und Nachhaltigkeit, Onboarding sowie Produkt- und Vertriebsschulung. Wer kein eigenes LMS betreibt, erhält auf Wunsch auch die Lernplattform, das Hosting und den laufenden Betrieb. KI-Technologien unterstützen dabei, Inhalte schneller zu entwickeln und effizient zu aktualisieren, was bei Pflichtschulungen mit regelmäßig wechselnden Anforderungen ins Gewicht fällt.
skillbest: individuelle Trainingsentwicklung aus Österreich
skillbest beschreibt sich als österreichische Full-Service-Agentur für E-Learning mit Schwerpunkt auf individueller Trainingsentwicklung, bei der das Lernziel im Vordergrund steht. Für Unternehmen in Deutschland ist das eine Option, wenn ein Partner im deutschsprachigen Raum gesucht wird und kein fertiger Katalog benötigt wird.
expand-global: Kataloge für Microsoft-Anwendungen
expand-global bietet E-Learning-Kurse zu Microsoft-Anwendungen wie Teams an, die laut Anbieter in SCORM, xAPI oder Webformaten ausgeliefert werden. Das ist sinnvoll für Software-Schulungen, deckt aber keine unternehmensspezifischen Prozesse oder Pflichtunterweisungen ab.
LMS-Hersteller und Selbsterstellungsplattformen
Hersteller wie die imc AG kombinieren Lernplattform und Inhaltsproduktion. Plattformen wie reteach richten sich an Unternehmen, die eine eigene Online-Akademie im Corporate Design aufbauen und Kurse selbst erstellen wollen. Beide Wege können funktionieren. Prüfen Sie aber, ob die Kurse als offene SCORM-Pakete an Sie übergeben werden, damit Sie bei einem späteren Plattformwechsel nicht neu produzieren müssen.
Welcher Anbietertyp zu welcher Ausgangslage passt
Für eine Unternehmensgruppe mit mehreren Standorten, die Wissen standardisieren und Präsenzschulungskosten senken will, ist meist eine Kombination sinnvoll: fertige Katalogkurse für Standardthemen, individuell produzierte Kurse für eigene Prozesse und Produkte, beides gesteuert über eine Plattform und einen Ansprechpartner. Die Personalentwicklung eines Mittelständlers profitiert vor allem von automatischen Zertifikaten, einfacher Verwaltung und Inhalten, die Mitarbeitende gern bearbeiten. IT-Sicherheitsverantwortliche achten dagegen auf praxisnahe Szenarien, regelmäßige Aktualisierung und detaillierte Auswertungen, etwa zur Unterstützung von Anforderungen aus NIS2 oder ISO 27001. Ein Anbieter, der alle drei Perspektiven abdeckt, erspart Ihnen die Koordination mehrerer Dienstleister.
Wer PowerPoint-Schulungen in SCORM umwandeln kann
In vielen Unternehmen existieren Schulungen bereits, nur eben als Foliensatz für Präsenztermine. Die technische Umwandlung in ein SCORM-Paket ist schnell erledigt: Gängige Autorenwerkzeuge und PowerPoint-Erweiterungen exportieren Folien als SCORM-Paket, das im LMS startet und den Abschluss meldet. Das kann jede Agentur, und viele Personalabteilungen schaffen es auch selbst.
Das Ergebnis ist allerdings selten ein gutes E-Learning. Foliensätze sind für einen Vortrag gebaut, bei dem ein Trainer erklärt, Fragen beantwortet und Beispiele ergänzt. Ohne diese Person bleiben Stichpunkte, die Mitarbeitende durchklicken. Bei Pflichtschulungen führt das genau zu dem Effekt, den viele Verantwortliche beklagen: Die Schulung wird abgehakt, nicht verstanden.
Eine professionelle Überführung läuft deshalb in vier Schritten:
- Inhaltsanalyse: Welche Folien enthalten Pflichtwissen, welche sind Hintergrund, was ist veraltet?
- Didaktische Neustrukturierung: Aufteilung in kurze Microlearning-Einheiten mit klaren Lernzielen.
- Medienaufbereitung: Sprechertext, Szenarien aus dem Arbeitsalltag, Erklärfilme für komplexe Abläufe, interaktive Wissenschecks.
- Paketierung und Test: Export als SCORM 1.2 oder 2004, Test im Ziel-LMS, Prüfung der Rückmeldung von Abschluss und Punktzahl.
Der Aufwand liegt deutlich über einer reinen Konvertierung, dafür entsteht ein Kurs, der auch ohne Trainer funktioniert. Für Unternehmen mit mehreren Standorten zahlt sich das schnell aus, weil die Schulungsqualität nicht mehr davon abhängt, wer gerade vorträgt.
Mehrsprachige SCORM-Schulungen: worauf es ankommt
Internationale Teams brauchen Schulungen in mehreren Sprachen, und zwar inhaltlich identisch, damit die Nachweise vergleichbar bleiben. Technisch gibt es zwei Wege:
- Ein Paket pro Sprache: Jede Sprachversion ist ein eigenes SCORM-Paket. Das ist einfach zu testen und zu verwalten, die Auswertung erfolgt im LMS über Zielgruppen.
- Ein Paket mit Sprachauswahl: Mitarbeitende wählen die Sprache beim Start. Das reduziert die Anzahl der Kurse im LMS, erhöht aber Paketgröße und Testaufwand.
Wichtiger als die technische Variante ist die Produktionsweise. Mehrsprachigkeit sollte schon in der Konzeption mitgedacht werden: Texte, die nicht in Grafiken eingebettet sind, ausreichend Platz für längere Übersetzungen, Sprecheraufnahmen oder Untertitel je Sprache und Beispiele, die in allen Ländern verständlich sind. Wird ein fertiger deutscher Kurs nachträglich übersetzt, müssen oft Grafiken und Animationen neu gebaut werden.
Fragen Sie eine Agentur deshalb konkret: Wie werden Übersetzungen eingespielt? Wer prüft die fachliche Richtigkeit in der Zielsprache? Und wie schnell lässt sich eine Änderung, etwa nach einer neuen Regelung im Datenschutz, in alle Sprachversionen übertragen? Gerade bei der letzten Frage unterscheiden sich Anbieter, die mit KI-gestützten Workflows arbeiten, deutlich von solchen, die jede Sprachversion manuell nachpflegen.
Checkliste: So erkennen Sie die passende Agentur
Die folgenden Kriterien helfen beim Vergleich mehrerer Angebote. Sie decken sowohl die Sicht der Personalentwicklung als auch die der IT und der Geschäftsführung ab.
- Referenzen mit SCORM im Echtbetrieb: Lassen Sie sich Kurse zeigen, die in einem LMS laufen, idealerweise in einem System wie Ihrem.
- Testpaket vor Auftragserteilung: Ein kurzes Demo-Paket, das Ihre IT in das eigene LMS lädt, beantwortet mehr Fragen als jede Präsentation.
- Klare Versionsangabe: SCORM 1.2 oder 2004, welche Daten werden zurückgemeldet (Abschluss, Punktzahl, Zeit, Antworten)?
- Didaktisches Konzept: Wie werden Lernziele definiert, wie wird Motivation erzeugt, wie wird der Lernerfolg gemessen?
- Übergabe der Quelldateien: Erhalten Sie offene Projektdateien oder nur das fertige Paket? Das bestimmt, ob Sie später unabhängig aktualisieren können.
- Aktualisierung und Pflege: Wie schnell und zu welchen Konditionen werden Inhalte angepasst, wenn sich Gesetze oder Prozesse ändern?
- Barrierefreiheit und Endgeräte: Funktioniert der Kurs auf Smartphone und Tablet, mit Untertiteln und Tastatursteuerung?
- Datenschutz und Hosting: Wo werden Kurs und Lerndaten gehostet, falls die Agentur auch die Plattform betreibt?
- Ein zentraler Ansprechpartner: Wer koordiniert Konzeption, Produktion, Technik und Betrieb?
- Wirtschaftlichkeit: Vergleichen Sie nicht nur den Produktionspreis, sondern die Kosten über drei bis fünf Jahre, inklusive Aktualisierungen und Sprachversionen.
Weitere Hinweise zur Auswahl finden Sie in unserem Beitrag Welche Agentur erstellt professionelle E-Learnings für Unternehmen?.
Abnahme und LMS-Test: So vermeiden Sie böse Überraschungen
SCORM-Konformität beschreibt nur die Schnittstelle. Wie zuverlässig Daten tatsächlich übertragen werden, hängt auch von der Konfiguration des jeweiligen LMS ab. Eine technische Evaluierung von ILIAS zeigt, wie stark Importformate und Plattformeinstellungen das Verhalten von Lerninhalten beeinflussen. In der Praxis erfordert das eine enge Abstimmung zwischen Agentur und IT-Abteilung.
Planen Sie vor der Abnahme deshalb einen strukturierten Test ein:
- Kurs starten, unterbrechen und fortsetzen: Wird der Lernstand gespeichert?
- Test bestehen und nicht bestehen: Kommen beide Status korrekt im LMS an?
- Verschiedene Browser und Endgeräte prüfen, auch hinter der Unternehmens-Firewall.
- Zertifikat und Bericht kontrollieren: Erscheinen Name, Datum und Ergebnis so, wie Ihre Dokumentation es verlangt?
Gerade bei Pflichtschulungen und Unterweisungen ist die saubere Rückmeldung entscheidend, denn sie bildet den Nachweis gegenüber Behörden, Auditoren oder der Berufsgenossenschaft. Viele Unternehmen übertragen die Abschlussdaten anschließend in eine Qualifikationsmatrix, um auf einen Blick zu sehen, welche Mitarbeitenden für welche Tätigkeit geschult sind. Wer Schulungen in einen größeren Digitalisierungsplan einbettet, sollte die Lernplattform zudem als Teil der gesamten Prozessdigitalisierung im Betrieb betrachten, damit Schulungsnachweise, Personalprozesse und IT-Infrastruktur zusammenpassen.
Welche Anforderungen ein Schulungssystem für SCORM-Pflichtkurse erfüllen sollte, beschreiben wir ausführlich im Beitrag zu SCORM-kompatiblen Schulungssystemen.
Unsere Perspektive: SCORM ist das Transportmittel, nicht das Ziel
In über 2.000 Projekten haben wir eine Erfahrung immer wieder gemacht: Unternehmen fragen nach SCORM, meinen aber eigentlich Verlässlichkeit. Sie wollen sicher sein, dass ein Kurs in ihrem System läuft, dass jeder Abschluss dokumentiert ist und dass sie bei einem Plattformwechsel nicht von vorn beginnen müssen. SCORM leistet genau das, und deshalb liefern wir unsere Kurse in diesem Standard aus.
Der eigentliche Wert eines Kurses entsteht aber vorher. Ein technisch einwandfreies Paket nützt wenig, wenn Mitarbeitende es nur durchklicken. Deshalb beginnen wir jedes Projekt mit der Frage, was Lernende nach der Schulung anders machen sollen, und bauen erst dann Szenarien, Erklärfilme und Übungen. Didaktik, Storytelling, Design, Film und Softwareentwicklung sitzen bei uns in einem Team, sodass zwischen Konzept und technischer Umsetzung keine Informationen verloren gehen.
Für Geschäftsführung und Personalentwicklung zählt am Ende, ob Wissen unternehmensweit einheitlich ankommt und ob die Schulung messbar wirkt. Für die IT-Sicherheit zählt, ob Inhalte aktuell bleiben. Beides lösen wir, indem wir Kurse nicht als einmaliges Produkt verstehen, sondern als Teil einer langfristigen Zusammenarbeit, unterstützt durch KI-Technologien, die Aktualisierungen deutlich beschleunigen.
— Sebastian Burmester
SCORM-Kurse und Pflichtschulungen von Thinkmedia
Ob einzelner Kurs, kompletter Pflichtschulungskatalog oder eigene Unternehmensakademie: Thinkmedia begleitet Sie von der Konzeption über Produktion und SCORM-Auslieferung bis zu Hosting und Betrieb. Für Standardthemen wie Datenschutz, IT-Sicherheit oder Arbeitsschutz steht die Online Akademie mit fertigen Schulungen bereit. Für Unterweisungen, die zu Ihren Abläufen passen müssen, entwickeln wir digitale Unterweisungen und Pflichtschulungen nach Ihren Vorgaben. Sprechen Sie uns an, wir erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.
Häufige Fragen zu SCORM-Agenturen
Was kostet ein SCORM-Kurs von einer Agentur?
Die Kosten hängen von Umfang, Interaktivität, Medienanteil und Anzahl der Sprachversionen ab. Ein Kurs aus einem fertigen Katalog ist deutlich günstiger als eine individuelle Produktion mit Erklärfilmen und Szenarien. Seriöse Agenturen kalkulieren nach einem Briefing ein individuelles Angebot, statt einen Pauschalpreis zu nennen.
Läuft ein SCORM-Kurs in jedem LMS?
In den meisten Fällen ja, vor allem bei SCORM 1.2. Da Lernplattformen den Standard aber unterschiedlich umsetzen, sollte jeder Kurs vor dem Rollout im eigenen LMS getestet werden. Eine gute Agentur unterstützt diesen Test und passt das Paket bei Bedarf an.
Wie lange dauert die Produktion eines SCORM-Kurses?
Ein Katalogkurs ist oft sofort einsetzbar. Eine individuelle Produktion umfasst Konzeption, Drehbuch, Medienproduktion, Abstimmungsschleifen und Tests und dauert entsprechend länger. Den größten Einfluss auf den Zeitplan haben schnelle Freigaben durch Fachabteilungen.
Worin unterscheiden sich SCORM 1.2 und SCORM 2004?
SCORM 1.2 ist die ältere und am breitesten unterstützte Version, sie meldet im Kern Status, Punktzahl und Lernstand. SCORM 2004 trennt Abschluss und Erfolg sauberer und kann die Reihenfolge mehrerer Lerneinheiten innerhalb eines Pakets steuern. Für Pflichtschulungen reicht SCORM 1.2 in aller Regel aus.
Kann ich SCORM-Kurse später selbst bearbeiten?
Das hängt davon ab, ob Sie die offenen Quelldateien erhalten. Ein fertiges SCORM-Paket lässt sich nicht sinnvoll direkt bearbeiten. Klären Sie deshalb im Angebot, ob Quelldateien übergeben werden oder ob die Agentur Aktualisierungen als Service übernimmt.
Quellen
- eLearning Journal: Digitales Lernen in der betrieblichen Bildung, eLearning BENCHMARKING Studie 2024
- Japan e-Learning Consortium: SCORM-Leitfaden für Entwickler V1.1
- ILIAS LMS: Technical Evaluation and Import Formats

