AI-Act-Schulungen für Unternehmen: Anbieter im Vergleich 2026

Welche Anbieter AI-Act-Schulungen nach Artikel 4 bieten, wie sie sich unterscheiden und woran Sie eine passende KI-Kompetenz-Schulung erkennen.

Inhaltsübersicht

Anbieter von AI-Act-Schulungen für Unternehmen lassen sich in fünf Gruppen einteilen: Prüf- und Weiterbildungsakademien wie TÜV Rheinland oder mITSM, Forschungseinrichtungen und regionale KI-Netzwerke, IT- und Beratungshäuser, spezialisierte Datenschutz- und Compliance-Anbieter mit Online-Kursen sowie E-Learning-Agenturen wie Thinkmedia, die Schulungen auf das eigene Unternehmen zuschneiden und über eine Lernplattform ausrollen. Welche Option passt, hängt weniger vom Etikett „AI-Act-konform“ ab als von drei Fragen: Wie viele Mitarbeitende müssen geschult werden, welche KI-Systeme setzen sie ein, und wie wird die Maßnahme dokumentiert? Dieser Vergleich ordnet die Anbieter ein, nennt die Kriterien, auf die es nach Artikel 4 AI Act ankommt, und zeigt, wann welches Format wirtschaftlich sinnvoll ist.

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TL;DR

  • Artikel 4 AI Act gilt seit dem 2. Februar 2025, die Aufsicht durch die Bundesnetzagentur läuft seit dem 2. August 2026. Ein amtliches Zertifikat für Schulungen oder Anbieter gibt es nicht.
  • Entscheidend ist, dass die Maßnahme zu Ihren KI-Systemen, Rollen und Risiken passt und nachvollziehbar dokumentiert ist.
  • Seminare von Akademien eignen sich für Schlüsselpersonen, skalierbare E-Learnings für die breite Belegschaft. Die meisten Unternehmen brauchen beides.
  • Für Unternehmen mit mehreren Standorten zählen Rollenmodelle, automatische Nachweise, Reporting und regelmäßige Aktualisierung mehr als der Preis pro Teilnehmenden.
  • Thinkmedia verbindet Konzeption, Produktion, Lernplattform und Betrieb aus einer Hand und erstellt AI-Act-Schulungen passend zu Ihren internen KI-Richtlinien.

Inhaltsverzeichnis

Was Artikel 4 AI Act von Unternehmen verlangt

Bevor Anbieter verglichen werden, lohnt ein genauer Blick auf die Pflicht selbst. Denn viele Kursbeschreibungen versprechen mehr, als das Gesetz überhaupt fordert, und manche weniger, als ein Unternehmen im Ernstfall nachweisen muss.

Nach Artikel 4 der KI-Verordnung müssen Anbieter und Betreiber von KI-Systemen Maßnahmen ergreifen, um die Entwicklung von KI-Kompetenzen ihres Personals zu unterstützen. „Betreiber“ ist dabei jedes Unternehmen, das KI-Systeme im eigenen Betrieb einsetzt, also auch der Mittelständler, dessen Vertrieb mit einem generativen Textassistenten arbeitet. Die Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025; die Aufsicht durch nationale Behörden begann am 2. August 2026. In Deutschland übernimmt diese Rolle die Bundesnetzagentur.

Neue Fassung durch den Digital Omnibus

Im Sommer 2026 hat die EU den Wortlaut angepasst. Mit der Verordnung (EU) 2026/1744, der Digital-Omnibus-Verordnung zur KI, gilt Artikel 4 seit dem 27. Juli 2026 in der Omnibus-Fassung, nach der Anbieter und Betreiber KI-Kompetenz fördern. Die Pflicht ist damit nicht entfallen, sondern präziser gefasst. Für die Praxis heißt das: Unternehmen müssen weiterhin aktiv werden und ihre Maßnahmen an neue Leitlinien und technische Entwicklungen anpassen. KI-Kompetenz ist ein laufender Prozess, keine einmalige Pflichtschulung, die nach dem ersten Durchlauf abgehakt ist.

Für Unternehmensgruppen mit mehreren Gesellschaften kommt ein organisatorischer Punkt hinzu: Die Pflicht trifft jede Einheit, die KI-Systeme einsetzt. Wer Schulungen zentral steuert, vermeidet, dass jede Tochtergesellschaft eigene Anbieter, eigene Inhalte und eigene Nachweisformate wählt. Ein gemeinsamer Standard mit lokal anpassbaren Modulen, etwa für standortspezifische Tools, schafft einheitliche Qualität und erleichtert die Prüfung, wenn die Aufsicht oder die interne Revision nachfragt.

Zentrale Schulungsstandards mit regionalen Modulen

Kein Zertifikat, aber Dokumentation

Die Bundesnetzagentur stellt klar, dass die KI-Verordnung keine standardisierten Trainingsmaßnahmen vorgibt und kein bestimmtes Kompetenzniveau bei einzelnen Personen verlangt. Ihr Hinweispapier zu KI-Kompetenzen nach Artikel 4, das im Juni 2025 veröffentlicht wurde, beschreibt KI-Kompetenz als die Fähigkeit, KI zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll einzusetzen.

Daraus folgen zwei Konsequenzen für die Anbieterwahl:

  1. Ein „AI-Act-Zertifikat“ ist ein Teilnahmenachweis, kein Gütesiegel. Es belegt, dass jemand eine Schulung absolviert hat. Ob diese Schulung zu Ihrem Unternehmen passt, entscheidet nicht das Zertifikat, sondern der Inhalt.
  2. Die Verantwortung bleibt beim Unternehmen. Format und Inhalte sind auf die eigenen KI-Systeme und Risiken zuzuschneiden, und die Maßnahmen sollten revisionssicher dokumentiert werden, damit Sie Ihre Sorgfalt gegenüber der Aufsicht belegen können.

Wichtig für die Formatfrage: Die EU-Kommission hält es in ihren Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz in vielen Fällen für unwirksam, sich allein auf Bedienungsanleitungen der KI-Systeme zu verlassen. Ein PDF im Intranet reicht also in der Regel nicht aus. Auch einen KI-Beauftragten schreibt Artikel 4 nicht vor; das Papier des Beratungszentrums für Künstliche Intelligenz am BMDS und der BAköV nennt eine solche Rolle aber als sinnvollen Multiplikator.

Diese Anbietertypen gibt es in Deutschland

Der Markt für AI-Act-Schulungen ist seit 2025 stark gewachsen. TÜV Rheinland berichtete im November 2025 von rasant steigender Nachfrage nach KI-Weiterbildungen, getrieben durch den EU AI Act. Entsprechend breit ist das Angebot. Die folgenden Gruppen helfen bei der Orientierung; die genannten Beispiele beruhen auf den öffentlichen Kursbeschreibungen der Anbieter.

Prüf- und Weiterbildungsakademien

TÜV Rheinland bietet über seine Akademie unter anderem ein eintägiges Seminar zur rechtlichen und organisatorischen Anwendung des AI Act in KI-Projekten sowie Lehrgänge wie den KI-Koordinator an. Das mITSM führt einen eintägigen „KI-Führerschein gemäß AI Act“ für Anwenderinnen und Anwender, der neben effizienter KI-Nutzung auch KI-Compliance behandelt.

Stärken: bekannter Name, feste Termine, Expertinnen und Experten zum Nachfragen, gut geeignet für Projektverantwortliche, Compliance-Teams und künftige KI-Koordinatoren.
Grenzen: Standardinhalte, die Ihre konkreten Tools und Richtlinien nicht abbilden, und ein ganzer Arbeitstag pro Person. Für mehrere tausend Mitarbeitende an verschiedenen Standorten wird das organisatorisch und finanziell schnell aufwendig.

Forschungseinrichtungen und regionale KI-Netzwerke

Das Fraunhofer IPA bietet eine digitale Grundlagenschulung zu Artikel 4 an, die in drei Stunden auf die Anforderungen vorbereitet. Die AI.ACADEMY von ai.hamburg beschreibt sich als modulare Weiterbildungsplattform für Unternehmen, die KI verstehen und strategisch einsetzen wollen. Hinzu kommen die European Digital Innovation Hubs: Laut EU-Kommission gibt es mehr als 200 EDIHs in Europa, die kleine und mittlere Unternehmen sowie öffentliche Stellen bei Digitalisierung und KI-Kompetenz unterstützen.

Stärken: fachlich fundiert, teils gefördert, gut für einen ersten Einstieg und den Austausch mit anderen Unternehmen.
Grenzen: Termine und Inhalte sind auf ein breites Publikum ausgelegt. Zentrale Verwaltung, unternehmensweites Reporting und eine Anpassung an Ihre Prozesse gehören meist nicht zum Leistungsumfang.

IT-Dienstleister und KI-Beratungen

Telekom MMS bietet praxisnahe KI-Schulungen für Unternehmen an, die AI Literacy im Unternehmen aufbauen sollen. Affinis verbindet KI-Schulungen mit Tipps für den effektiven KI-Einsatz, statworx bietet eine skalierbare E-Learning-Lösung für AI-Act-Compliance, und pcd-systems wirbt mit einer KI-Kompetenz-Schulung samt Nachweis. Ergänzend gibt es Beratungen, die AI-Act-Prozessberatung und Schulung kombinieren.

Stärken: technisches Know-how, oft verbunden mit Beratung zur KI-Strategie oder zur Einführung bestimmter Tools.
Grenzen: Die Schulung ist häufig Teil eines Beratungs- oder Technologiepakets. Didaktische Aufbereitung, Medienproduktion und langfristiger Plattformbetrieb stehen nicht immer im Mittelpunkt.

Datenschutz- und Compliance-Spezialisten

Anbieter aus dem Datenschutzumfeld haben ihr Kursportfolio um die KI-Verordnung erweitert. Die activemind.academy etwa führt einen Onlinekurs zur KI-Kompetenz-Schulung gemäß AI Act, digitalNORD kombiniert eine Basis-Schulung als E-Learning mit Praxisworkshops und Inhouse-Formaten.

Stärken: rechtlicher Blick, schnelle Verfügbarkeit, oft günstig pro Lizenz.
Grenzen: Fertigkurse für alle Branchen. Ihre internen KI-Richtlinien, freigegebenen Tools und Rollen müssen Sie separat vermitteln.

E-Learning-Agenturen mit eigener Lernplattform

Agenturen wie Thinkmedia entwickeln digitale Schulungen, die auf Ihr Unternehmen zugeschnitten sind, und stellen sie über eine Lernplattform bereit. Thinkmedia arbeitet seit über 20 Jahren für Unternehmen, Behörden und Organisationen, hat mehr als 2.000 Projekte umgesetzt und betreut über 900 Kunden. Das Team vereint Didaktik, Storytelling, Design, Filmproduktion, Animation und Softwareentwicklung.

Stärken: Inhalte auf Basis Ihrer KI-Richtlinien und Tools, rollenbasierte Lernpfade, Erklärfilme und interaktive Übungen, automatische Zertifikate, Reporting und zentrale Verwaltung, Hosting und laufende Aktualisierung.
Grenzen: Eine individuelle Lösung braucht eine Konzeptionsphase und ist für ein Zehn-Personen-Büro mit einem einzigen KI-Tool in der Regel mehr, als nötig ist. Ab mittlerer Unternehmensgröße und bei mehreren Standorten spielt sie ihre Vorteile aus.

Vergleich der Anbietertypen auf einen Blick

Kriterium Akademie-Seminar Forschung & Netzwerke IT-/KI-Beratung Fertigkurs Compliance E-Learning-Agentur (z. B. Thinkmedia)
Typisches Format Präsenz oder live online, 1 Tag Kurzformat, Workshop Workshop, teils E-Learning Onlinekurs Interaktives E-Learning, Erklärfilm, Lernplattform
Bezug zu Ihren Tools und Richtlinien gering gering mittel bis hoch gering hoch
Skalierbarkeit für Tausende Mitarbeitende gering gering mittel hoch hoch
Rollenbasierte Lernpfade selten selten teilweise teilweise ja
Nachweise und Reporting zentral Teilnahmebescheinigung Teilnahmebescheinigung unterschiedlich Zertifikat je Kurs Zertifikate, Auswertungen, zentrale Verwaltung
Aktualisierung bei neuen Leitlinien neue Seminartermine neue Termine projektabhängig durch Anbieter laufend im Betrieb
Geeignet für Schlüsselrollen, Projektleitung Einstieg, KMU Tool-Einführung kleine Teams breite Belegschaft, mehrere Standorte

Die Tabelle beschreibt typische Ausprägungen, keine Bewertung einzelner Anbieter. Innerhalb jeder Gruppe gibt es Ausnahmen, deshalb lohnt der Blick auf die folgenden Kriterien.

Woran Sie eine Art.-4-taugliche Schulung erkennen

Weil es kein amtliches Siegel gibt, müssen Sie die Qualität selbst prüfen. Die Bundesnetzagentur betont, dass eine standardisierte Lösung den unterschiedlichen Anforderungen nicht gerecht werden kann. Diese sieben Fragen helfen beim Anbietergespräch:

  1. Bezieht sich die Schulung auf Ihre KI-Systeme? Eine Schulung, die nur allgemein über „KI“ spricht, verfehlt den Kern. Mitarbeitende sollten wissen, welche Tools freigegeben sind, welche Daten hineindürfen und wo menschliche Kontrolle nötig ist.
  2. Gibt es Lernpfade nach Rollen? Sachbearbeitung, Führungskräfte, IT, Einkauf und Entwicklung tragen unterschiedliche Risiken. Das BMDS-Papier behandelt ausdrücklich Grundlagen-Schulungen; für Rollen mit höherem Risiko empfiehlt sich darüber hinaus eine Vertiefung.
  3. Werden Ihre internen KI-Richtlinien vermittelt? Eine KI-Richtlinie, die niemand kennt, schützt nicht. Gute Schulungen übersetzen sie in konkrete Situationen aus dem Arbeitsalltag.
  4. Wie wird dokumentiert? Prüfen Sie, ob Teilnahme, Abschluss, Testergebnisse und Version des Kurses revisionssicher gespeichert und exportiert werden können, idealerweise zentral für alle Standorte.
  5. Wie aktuell bleibt der Inhalt? Der Digital Omnibus hat gezeigt, dass sich Rahmenbedingungen ändern. Fragen Sie, wer Inhalte aktualisiert, in welchem Rhythmus und wie Mitarbeitende über Änderungen informiert werden.
  6. Lässt sich die Schulung in Ihre Systeme integrieren? Ein vorhandenes LMS, Single Sign-on und die Anbindung an HR-Prozesse entscheiden darüber, ob die Schulung ohne Zusatzaufwand läuft.
  7. Fördert das Format Verständnis statt Abhaken? Szenarien, Entscheidungsübungen und kurze Erklärfilme verankern Wissen nachhaltiger als reine Folienvorträge mit Abschlussquiz.

Welche Funktionen eine Lernsoftware dafür mindestens mitbringen sollte, haben wir im Beitrag zu den Mindestfunktionen für AI-Act-Software mit rollenbasierter Schulung zusammengestellt. Wie Sie die passende Weiterbildung für Fachkräfte mit Compliance-Verantwortung finden, beschreibt unser Leitfaden zur KI-Compliance-Schulung.

Rollen statt Gießkanne: wer welche Inhalte braucht

Artikel 4 nennt als Maßstab, dass Maßnahmen die technischen Kenntnisse, die Erfahrung und den Einsatzkontext der Beschäftigten berücksichtigen. In der Praxis bewährt sich ein gestuftes Modell:

Zielgruppe Schwerpunkte Geeignetes Format
Alle Mitarbeitenden mit KI-Zugang Grundlagen, Chancen und Grenzen, freigegebene Tools, Datenschutz, Umgang mit fehlerhaften Ergebnissen Interaktives E-Learning, Microlearning, Erklärfilm
Führungskräfte Verantwortung, Freigabeprozesse, Risikoabwägung, Vorbildfunktion E-Learning plus Führungskräfte-Workshop
IT, Informationssicherheit, Datenschutz Risikoklassen, Dokumentation, Zusammenspiel mit DSGVO und ISMS Vertiefungsmodul, Fachseminar
Fachbereiche mit sensiblen Anwendungen (z. B. Personalauswahl) Risiken im konkreten Prozess, menschliche Aufsicht Fallbasiertes Modul, Praxisworkshop
KI-Koordination oder KI-Beauftragte Steuerung, Aktualisierung, Kommunikation Lehrgang einer Akademie, ergänzt durch interne Plattform

Damit wird deutlich, warum sich die Anbietertypen nicht ausschließen. Ein Unternehmen kann seine KI-Koordinatorin zu einem Akademie-Lehrgang schicken und die gesamte Belegschaft über ein zugeschnittenes E-Learning erreichen, das auf derselben Plattform dokumentiert wird wie die übrigen Pflichtschulungen. Was Artikel 4 für die Schulung zu internen Regeln konkret bedeutet, lesen Sie in unserem Beitrag zur KI-Richtlinien-Schulung für Unternehmen.

Rechenbeispiel: Seminar oder E-Learning für die ganze Belegschaft

Wie stark das Format die Kosten beeinflusst, zeigt eine einfache Rechnung mit Arbeitszeit, unabhängig von Seminar- oder Lizenzpreisen. Angenommen, eine Unternehmensgruppe mit 2.800 Mitarbeitenden möchte alle Beschäftigten mit KI-Zugang schulen, und das sind 2.000 Personen.

  • Eintägiges Seminar: 2.000 Personen × 8 Stunden ergeben 16.000 Arbeitsstunden, zuzüglich Anreise, Raumplanung und Terminkoordination über mehrere Standorte.
  • Modulares E-Learning von 60 Minuten: 2.000 Personen × 1 Stunde ergeben 2.000 Arbeitsstunden, flexibel im Arbeitsalltag, ohne Reisezeit.
  • Vertiefung für Schlüsselrollen: Wenn zusätzlich 150 Personen in IT, Compliance und Führung ein Fachseminar besuchen, kommen 1.200 Stunden hinzu.

Die Kombination aus E-Learning und gezielter Vertiefung liegt in diesem Beispiel bei 3.200 statt 16.000 Arbeitsstunden. Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Jede Person erhält dieselben Inhalte in derselben Qualität, unabhängig davon, an welchem Standort oder mit welchem Trainer sie geschult wird. Für die Nachweispflicht ist diese Einheitlichkeit ein Vorteil, weil sich eindeutig belegen lässt, welche Version welcher Mitarbeitende abgeschlossen hat. Die Annahmen sind bewusst einfach gewählt; für Ihre Planung setzen Sie Ihre eigene Zahl an KI-Nutzenden und Ihre internen Stundensätze ein.

Unsere Perspektive: AI-Act-Kompetenz entsteht im Arbeitsalltag

Wir begleiten seit über 20 Jahren Unternehmen, Behörden und Organisationen bei Pflichtschulungen, von Arbeitsschutz über IT-Sicherheit bis Compliance. Beim AI Act beobachten wir ein bekanntes Muster: Viele Unternehmen suchen zuerst nach einem Zertifikat, das „die Pflicht erledigt“. Doch gerade hier gibt es keinen solchen Stempel. Die Aufsicht fragt danach, ob Ihre Beschäftigten mit Ihren KI-Systemen verantwortungsvoll umgehen können, und ob Sie das belegen können.

Unsere Perspektive: AI-Act-Kompetenz entsteht im Arbeitsalltag — overview diagram

Deshalb setzen wir bei AI-Act-Schulungen dort an, wo Risiken tatsächlich entstehen: bei der Frage, welche Daten in welches Tool dürfen, wie Ergebnisse geprüft werden und wer bei Unsicherheit entscheidet. Wir übersetzen Ihre KI-Richtlinie in Szenarien, die Mitarbeitende aus ihrem Alltag kennen, und kombinieren interaktive Übungen mit kurzen Erklärfilmen. Moderne KI-Technologien helfen uns, Inhalte schneller zu entwickeln und effizient zu aktualisieren. Das ist beim AI Act besonders wertvoll, weil sich Leitlinien und Werkzeuge laufend weiterentwickeln.

Unser Ziel ist messbarer Lernerfolg, nicht nur eine hohe Abschlussquote. Eine Schulung, die verstanden wird und im Gedächtnis bleibt, reduziert Risiken. Eine Schulung, die nur abgehakt wird, produziert lediglich Dokumentation. Beides zusammen, Wirkung und Nachweis, ist das, was Artikel 4 im Kern verlangt.

— Sebastian Burmester

AI-Act-Schulungen von Thinkmedia

Thinkmedia bietet einen E-Learning-Kurs zum EU AI Act und zur KI-Verordnung sowie Pflichtschulungen nach EU AI Act für IT, Compliance und Datenschutz. In der Thinkmedia Online Akademie ergänzen Themen wie KI Compliance, Datenschutz (DSGVO), IT-Sicherheit und Onboarding das Angebot, sodass Sie Ihre Pflichtschulungen auf einer Plattform bündeln können. Inhalte lassen sich an Ihre Unternehmensvorgaben anpassen, Zertifikate werden automatisch erstellt, und das Reporting zeigt zentral, welche Standorte und Teams ihre Schulungen abgeschlossen haben. Von der Konzeption über die Produktion bis zu Hosting und Betrieb erhalten Sie alles aus einer Hand, mit einem festen Ansprechpartner. Wenn Sie mehrere Pflichtthemen zusammenführen möchten, finden Sie einen Überblick über unsere digitalen Unterweisungen und Pflichtschulungen. Die Preise richten sich nach Umfang und Anpassungsgrad; ein individuelles Angebot erhalten Sie auf Anfrage.

So gehen Sie bei der Auswahl vor

Ein strukturiertes Vorgehen spart Zeit und vermeidet Doppelarbeit zwischen HR, IT-Sicherheit und Compliance:

  1. KI-Einsatz erfassen: Listen Sie auf, welche KI-Systeme im Unternehmen genutzt werden, offiziell und inoffiziell, und welche Abteilungen sie verwenden.
  2. Rollen und Risiken zuordnen: Legen Sie fest, welche Gruppen Grundlagen brauchen und welche eine Vertiefung.
  3. Richtlinie klären: Ohne interne KI-Richtlinie fehlt der Schulung der verbindliche Rahmen. Beides sollte aufeinander abgestimmt entstehen.
  4. Format wählen: Breite Belegschaft digital, Schlüsselrollen zusätzlich im Seminar oder Workshop.
  5. Dokumentation festlegen: Bestimmen Sie, wo Nachweise gespeichert werden und wer sie bei einer Anfrage der Bundesnetzagentur bereitstellt.
  6. Aktualisierung planen: Vereinbaren Sie einen Rhythmus, in dem Inhalte überprüft werden, etwa bei neuen Tools oder geänderten Leitlinien.

Als Inspiration für eigene Maßnahmen lohnt ein Blick in das Repository der EU-Kommission zu KI-Kompetenzpraktiken mit mehr als 40 Initiativen. Es ersetzt aber nicht die eigene Umsetzung und Dokumentation im Unternehmen.

Häufige Fragen zu AI-Act-Schulungen

Ist eine Schulung nach Artikel 4 AI Act Pflicht?

Artikel 4 verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihres Personals zu ergreifen. Eine bestimmte Schulung schreibt das Gesetz nicht vor, in der Praxis ist eine strukturierte und dokumentierte Schulung aber der verlässlichste Weg, die Pflicht zu erfüllen. Betroffen sind auch Unternehmen, die KI-Tools nur nutzen und nicht selbst entwickeln.

Brauchen wir ein offizielles AI-Act-Zertifikat?

Nein. Laut Bundesnetzagentur gibt es weder standardisierte Trainingsmaßnahmen noch ein vorgeschriebenes Kompetenzniveau. Zertifikate von Anbietern sind Teilnahmenachweise, die Ihre Dokumentation unterstützen, aber keine behördliche Anerkennung darstellen.

Wie oft muss die Schulung wiederholt werden?

Einen festen Turnus nennt die KI-Verordnung nicht. Weil sich KI-Systeme, interne Richtlinien und Leitlinien ändern, sollten Inhalte regelmäßig überprüft und bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden. Viele Unternehmen orientieren sich am Rhythmus ihrer übrigen jährlichen Pflichtunterweisungen.

Reicht ein allgemeiner Onlinekurs für alle Mitarbeitenden?

Für den Einstieg kann ein allgemeiner Kurs helfen. Die Bundesnetzagentur betont jedoch, dass Maßnahmen zum konkreten Einsatzkontext passen sollen. Ergänzen Sie Standardinhalte deshalb um Ihre freigegebenen Tools, Ihre KI-Richtlinie und vertiefende Module für Rollen mit höherem Risiko.

Welche Unternehmen sind vom AI Act betroffen?

Betroffen sind alle Unternehmen und Organisationen, die KI-Systeme entwickeln, anbieten oder im eigenen Betrieb einsetzen, unabhängig von Branche und Größe. Schon die Nutzung eines generativen Textassistenten im Vertrieb oder Kundenservice kann ein Unternehmen zum Betreiber machen. Auch Behörden und öffentliche Einrichtungen fallen unter Artikel 4.

Quellen

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